20 Jahre Harzcup und die Ergebnisse 2025

Vor 20 Jahren startete der Harzer Drachen- und Gleitschirmverein Goslar einen kleinen regionalen Wettbewerb. Irgendwie wollte man sich auch untereinander messen, höher, schneller, weiter und vielleicht brauchte der eine oder andere auch eine Aufgabe, die über den üblichen Flug um den Hausberg hinausging. Aber mit den Flügen in den Alpen waren die Bedingungen vor Ort nicht zu vergleichen. Start an der Winde, Start von einem 70m-Hügel und viel schwierigere Bedingungen im Flachland, um gegen den Wind ein Dreieck zu fliegen, ließen Vergleiche zu den Alpen schlecht zu. 12 Teilnehmer waren es damals 2006. Dann wurden unsere Nachbarvereine mit einbezogen, jeder durfte teilnehmen, wenn er nur von einem Startplatz innerhalb eines Radius von 100 km um den Rammelsberg (Harz) gestartet war. Die Vereine rückten irgendwie zusammen. Man schaute, wer ist von wo, wohin geflogen. Nicht nur die Cracks verglichen sich, auch weiter hinten wurde „hart gekämpft“. Es wurden mehr und mehr Teilnehmer und auch Hausbergflieger wurden motiviert. Man holte sich abends gegenseitig ab, Geschichten gab es zu erzählen und so mancher kleine Flug wurde auch bestaunt, wenn man die Bedingungen vor Ort kannte und eigentlich froh war sich überhaupt länger in der Luft zu halten. Die Leitung des Harzcups versuchte immer wieder auch Anfänger und Hausbergflieger zu motivieren. Anfangs gab es zusätzliche Faktoren für niedrig klassifizierte Schirme und Dreiecke. Später kamen Sonderwertungen dazu. Aktuell gibt es die Airtime-Wertung, die von Julius Wellhausen gewonnen wurde und die Rammelsberg-FAI-Wertung bei der Sabine Kleemann siegte.
Welche Faktoren es auch immer waren, der Harzcup wurde immer besser angenommen. Allein von 2021 bis 2025 verdoppelten sich fast die Anzahl der Flüge und die Piloten erreichten dreimal so viel Flugzeit. Die Flüge von größer 10 km vervierfachten sich auf 413 und immerhin gab es aktuell 24 Flüge über 100 km. Laut den neuen Anforderungen zur Dokumentation der eigenen Flüge könnte es sein, dass in Zukunft noch Pilotinnen und Piloten ihre Flüge einreichen, denn es gibt noch deutlich mehr Flugbetrieb in der Umgebung der Harzer Berge, als es der Harzcup zeigt. 2006 zum Beispiel stellte nur eine Frau ihre Flüge in den Harzcup, aber 2025 gab auch nur neun Damen in der Wertung, obwohl an unseren Hügeln und an der Winde deutlich mehr fliegen. So siegte in diesem Jahr Orsolya Pogany (Südheide), vor Dörte Dammann (Landesbergen) und Charlotte Peitz (Südheide).
Julius Wellhausen (Börry), welcher schon die erwähnte Airtime-Wertung gewann, siegte in der Standard-Wertung. Er flog u.a. mal eben mit seinem EN-B-Schirm 180 km. Dahinter folgen Dietmar Strothmann (Südheide) und Patrick Eder (Landesbergen).
Gefreut haben wir Goslarer uns natürlich über die Sportwertung. Unser Vereinsmitglied Konrad Görg flog mit seinem zweitbesten Flug vom Rammelsberg in Niedersachsen quer durch die neuen Bundesländer 302 km bis fast an die polnische Grenze. Ganz sicher war sich Konrad, nach seiner Aussage in der örtlichen Presse nicht, ob er nicht doch schon in Polen ist, weil die Ortsschilder schon zweisprachig waren. Das ist allerdings dort üblich, weil Sorbisch. Erwähnenswert auch sein bester Flug, nicht nur wegen dem 155 km-FAI-Dreieck. An diesem Tag erreichten sehr viele Piloten, neben Konrad, über dem Flachland über 3000m. Das ist meteorologisch schon sehr sehr selten. In der Sportklasse konnten sich Holger Braun (Harsberger) und Peter Siebert (PC Werratal) die Plätze zwei und drei sichern. Auch hier lohnt es sich, die Flüge anzuschauen, so von Thüringen bis fast nach den Niederlanden ist u.a. auch mehr als sehenswert. Die Mannschaftswertung ging dieses Mal, auch Dank Konrad Görg, nach Goslar. Als Pressewart möchte aber mal anmerken, dass es hier mit dem Wett-“kampf“ sehr entspannt gesehen wird. So sind viele Teilnehmer in verschiedenen Vereinen Mitglieder und man muss, am Ende des Jahres schon fast wie bei der Fußballbundesliga, hinter schauen, wer für welchen Verein geflogen ist. So pflegt z.B. unser Vereinsmitglied Orsolya Pogany liebevoll den Harzcup für den Veranstalter HDGV und flieg dann für den Verein Südheide. Es ist also, wie ich schon geschrieben hatte, eher ein Gemeinschaft förderndes Projekt unserer Harzcup.
Bedanken möchten wir uns noch bei unseren Sponsoren, Paracenter-Harzer Gleitschirm- und Motorschirmschule, Kontest-Gleitschirmservice, Nova, DHV und FLY HIGH & RECH THE SKY.